VG Bild-Kunst: Die „GEMA“ der Illustratoren
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Für was braucht der Illustrator die VG Bild-Kunst?
Illustrationen finden in vielen Bereichen Verwendung, die der Einzelne nicht überwachen kann.  Wenn z.B. mittels eines Kopierers eine Seite aus einem Lehrbuch für eine Hausaufgabengruppe vervielfältigt wird, findet ein Vorgang statt, den der Illustrator nicht kontrollieren kann. Genaugenommen geht ihm in diesem Moment Geld verloren, weil ein Bild von ihm genutzt wird, ohne dass er davon weiß. Nur wer mit der VG-Bild-Kunst einen sogenannten Wahrnehmungsvertrag vereinbart hat, kann an dieser nicht kontrollierbaren Nutzung verdienen. Im konkreten Fall geschieht das durch die Abgabe des „Kopierpfennigs“, den der Copyshop bei jeder getätigten Kopie an die VG-Bild-Kunst abführen muss. Eine andere Einnahmequelle der VG Bild-Kunst besteht etwa bei jedem verkauften CD-Brenner. Wichtig ist, dass dem Illustratoren gegenüber der VG Bild Kunst keinerlei Kosten entstehen.

Keinerlei Nutzungsrechte werden abgetreten
lllustratoren treten keinerlei Nutzungsrechte an die VG Bild-Kunst ab! Genau wie bei Fotografen und Grafikern ist die Art der Abtretung der Nutzungsrechte eine auf Kunde und Illustrator beschränkte Verhandlungssache. Die VG Bild-Kunst ist darin nicht involviert und macht auch keinerlei Rechte diesbezüglich geltend. Sie nimmt nur die sogenannten „Vergütungsansprüche“ wahr, d.h. Ansprüche für gesetzlich gestattete Nutzungen unserer Werke, auf die wir keinen Einfluss durch Genehmigung oder Verbot nehmen können (Fotokopien, Bilbliotheken, Internet, CD-Brenner u.a.) Genauer wird das alles in den Merkblättern beschrieben.

Für welche Illustratoren ist die VG Bild-Kunst sinnvoll?
Für Illustratoren, die ausschließich in der Werbung arbeiten ist der Abschluss eines Wahrnehmungsvertrages weniger lukrativ als für Buch- oder Zeitschriftenillustratoren. Eine Illustration für eine Postkartenkampagne, eine Plakatwand oder eine Broschüre kann man nicht geltend machen. Sehr wohl aber Bilder, die auf CDs und DVDs Einsatz finden oder im Internet – und dazu zählen auch die Illustrationen auf der eigenen Website.

Was hat der Illustrator zu tun?
Einmal im Jahr fristgerecht seine Einnahmen durch Veröffentlichung in Büchern, in Zeitschriften und Zeitungen, oder durch Internet und CDs/DVDs zu melden. Die Meldung erfolgt durch kleine Durchschlagzettel per Hand, die man von der VG Bild-Kunst unaufgefordert erhält oder – sehr komfortabel – durch die Meldung online per Internet. In der Folge erhält man dann die Belege für die Meldung durch die VG Bild-Kunst zugeschickt.

Knifflig wird es, wenn Bücher eine neue Auflage haben und der Illustrator davon nichts weiß. Verlage fühlen sich nicht dazu verpflichtet, diese zu melden (wenn man die Nutzung nicht auf eine Auflage beschränkt hat). Da hilft nur, immer wieder bei Verlagen nachzuhaken und die Augen offenzuhalten, ob einem im Buchhandel neuaufgelegte Exemplare „begegnen“. Amazon oder Buch.de benennen das Erscheinungsjahr leider nicht .

Gibt es einen Haken?
Es gibt keinen. Wer seine Bilder nicht bis zum jährlichen Einsendeschluss meldet, wird eben in der Ausschüttung im September nicht berücksichtigt.

Illustrationen für Bücher werden für fünf Jahre bei jeder Ausschüttung mitgerechnet. Kommt es zu einer Neuauflage, verlängert sich diese Bewertung jeweils um weitere fünf Jahre. Wer regelmäßig Bücher illustriert, kann also im Laufe der Jahre einen erheblichen Doppelungseffekt erzielen.

Aber viele Vorteile
Es ist sinnvoll, die VG Bild-Kunst-Nummer mit auf das eigene Briefpapier zu bringen. Damit signalisiert man gegenüber den Kunden, aber auch gegenüber dem Finanzamt (!), dass man sich in seiner Tätigkeit als geistig-schöpferischer Urheber versteht. Und für die Prüfung der Versicherungspflicht bei der Künstlersozialkasse, ist die Mitgliedschaft in der VG Bild-Kunst ein Indiz für die professionelle Ausübung des Illustratoren-Berufes, genauso wie übrigens auch die Mitgliedschaft in einem Berfufsverband der IO (dessen Nennung also auch auf das Briefpapier gehört).

Achtung: Meldefristen
Für die Meldung mittels der Meldezettel gilt jeweils der 30. Juni als Termin, für das Online-Meldeverfahren können Meldungen jeweils bis zum 31. Juli erfolgen.Weitere Informationen: www.bildkunst.de