Illustratoren-Glossar
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Die wichtigsten Fachbegriffe im Überblick

Dieser Bereich wird fortlaufend erweitert und ergänzt. Anregungen nehmen wir gerne entgegen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an info@illustratoren-organisation.de, Betreff "Illustratoren-Glossar".

 

A

Absatzhonorar
Das Absatzhonorar wird als Entgelt direkt vom Verkaufspreis einer Ware berechnet. Ein übliches Vorgehen in der Buchbranche, wo der Urheber (Autor und Illustrator) oftmals am Verkauf des Buches beteiligt wird. Basis für die Berechnung ist der Nettoladenpreis (NLP) der verkauften Auflage, der im Gegensatz zum Grundnettopreis (GNP) eventuelle Buchhändlerrabatte nicht berücksichtigt.

Animatic
Eine Animatic ist ein gefilmtes Storyboard und wird oftmals im Vorschritt vor dem eigentlichen Dreh erstellt. Dabei werden die Einzelbilder eines Storyboards zusammen-geschnitten und mit Kamerabewegungen und Zoom „zum Leben erweckt". Häufig wird ein Sound hinzugefügt, um einen besseren Eindruck von Einstellungen und Abläufen zu erhalten.

Artbuying
Das Art Buying ist ein Bereich innerhalb einer Werbeagentur und bildet bei der Planung und Umsetzung einer Produktion die Schnittstelle zwischen Kreation und externen künstlerischen Auftragnehmern, wie Fotografen, Illustratoren und Designern. Das Aufgabengebiet eines Art Buyers umfasst unter anderen die Auswahl und Beauftragung des Auftragnehmers, die Kalkulation und Produktionsüberwachung sowie die Klärung von Lizenzen und Urheberrechten.

Aufsteller 
Aufsteller sind verkaufsfördernde Werbeträger, die an dem Verkaufsort des Produktes platziert werden.

Aufmacherillustration 
So nennt man die Illustration von wichtigen, besonders hervorgehobenen Artikeln einer Zeitung.

Autorenkorrektur
Bei Änderungen an Illustrationen wird von Korrekturen und Autorenkorrekturen gesprochen. Ersteres meint eine vorher vereinbarte Anzahl von Veränderungen, die der Illustrator vorzunehmen hat, weil den Auftraggeber eine Illustration noch nicht zufrieden stellt. Autorenkorrekturen werden vom Auftraggeber eingebracht, weil er eine ursprüngliche Vorgabe nun doch anders dargestellt wissen will. Autorenkorrekturen sind in der Regel zusätzlich kostenpflichtig.

 

B

Bearbeitungsrecht
Das Bearbeitungsrecht wird in § 23 des Urheberrechtsgesetzes geregelt. So dürfen Bearbeitungen oder Umgestaltungen am Werk nur mit Einwilligung des Urhebers veröffentlicht oder verwertet werden.

BG ETEM
Berufsgenossenschaft, die Trägerin der gesetzliche Unfallversicherung ist. Für Illustratoren ist sie eine Pflichtversicherung. Der Versicherte hat Anspruch auf ambulante und stationäre Heilbehandlung nach Arbeits- und Wegeunfällen, Mapnahmen zur beruflichen Wiedereingliederung nach schweren Unfällen und Geldleistungen wie Verletzengeld, Übergangsgeld und Rente.

Briefing
Exakte Aufgabenbeschreibung des Auftraggebers zu allen wesentlichen Projektmerkmalen wie Inhalt, Nutzungsumfang, Stil, Format, Zweck, der anzufertigenden Illustration, Zielgruppe Zeitplan des Projekts und Ansprechpartner.


C

Cartoon

Characterdesign
Gestaltung und visuell-grafische Umsetzung einer Figur. Diese finden später Verwendung in Animation, Werbung, Street Art, Grafikdesign, Comic oder bildender Kunst. Für die Entwicklung der einzelnen Figuren werden Gesichtsausdrücke und verschiedene Körperhaltungen (Posen) getestet, damit die Figur aus allen Richtungen, in jedem Blickwinkel und jeder erdenklichen Situation und Stimmung wiedererkennbar gezeichnet werden kann.

CMYK
Farbmodell für den Offsetdruck. Die Abkürzung steht für Cyan, Magenta, Yellow und Key (= Schwarz). Aus diesen vier Farben lassen sich im Druck die meisten Farbtöne zusammensetzen.

Collage
Künstlerisches Werk aus einer Kombination unterschiedlicher Materialien wie Fotos, Zeitungsausschnitten, Farbe, bedruckten Papieren, Stoffen, die in der Regel auf eine feste Unterlage geklebt werden.

Color-Model
Im Color-Model (Farbmodell) werden bestimmte Farbvorgaben festgelegt, die dann auf weitere Zeichnungen angewendet werden können.

Comic
Grafische Erzählung einer Geschichte mittels einer Folge von Bildern. In der Regel werden die Bilder mit Text kombiniert. Typische Stilelemente des Comics sind Sprechblasen, Denkblasen, Bewegungslinien, Schallworte wie z. B. „knall", „peng".

Composing
Umsetzung einer neuen Bildidee durch das Zusammensetzen mehrerer Einzelbilder zu einer Fotomontage und somit zu einem neuen eigenständigen Bild.

Concept-Art
Visuelle Umsetzung eines Konzepts, einer Stimmung oder einer Idee. Eingesetzt werden diese Konzept-Zeichnungen bei der Vorproduktion von Kinofilmen und Videospielen.

Corporate-Identity
Die Abstimmung von Verhalten, Kommunikation und Erscheinungsbild eines Unternehmens nach innen und außen.


D

Dpi
Dots per inch - die Maßangabe für die Auflösung einer digitalen Datei. 72 dpi werden für die Bildschirmdarstellung und im Internet benötigt. Mit 300 dpi wird in der Regel bei Dokumenten gearbeitet, die gedruckt werden sollen.

Druckvorstufe
In der Druckvorstufe werden Texte und Bilder zu Druckvorlagen zusammengeführt und in druckbare Daten für den Druckprozess umgewandelt. Das Endprodukt - früher ein Film oder eine PostScript-Datei - ist heute meist eine PDF-Datei. Zum Beispiel PDF/X3.


E

Editorial
Illustrationen im Bereich Zeitungen und Zeitschriften. Sie visualisieren Zusammenhänge, Informationen und verdeutlichen die Aussagen des Textes.


F

Fantasy
Genre der Literatur. Erzählungen, die von fiktiven Welten handeln, wie beispielsweise aus dem Bereich Science-Fiction- und Horrorliteratur.

Fotorealistisch
Eine Kunstrichtung die in den späten 1960er und 1970er Jahren entstand. Der Künstler schafft Bilder, die sich so eng wie möglich an fotografische oder realistische Darstellungen annähern und auch scheinbar unwichtige Details exakt abbilden.

Freisteller
In der Fachsprache die Maske zum Freistellen eines digitalen Bildes. Man spricht aber auch von einem Freisteller, wenn das zu illustrierende Motiv keine Gestaltung des Hintergrundes hat, sondern von Weißraum umgeben ist.


G

Garantiehonorar
Ein Garantiehonorar ist ein Vorschuss der von Verlagen gezahlt wird. Es handelt sich um eine feststehende Summe fix. Dieses Vorschuss-Honorar sollte garantiert und nicht rückzahlbar sein. Zum Garantiehonorar kommen noch die Anteile aus dem Verkauf des Buches.

Goldener Schnitt
Wird häufig in der Kunst verwendet und wird auch als göttliche Proportion bezeichnet. Er gilt als besonders schönes Verhältnis der Flächenaufteilung um Bilder oder andere Flächen optisch ansprechend, dynamisch und ausgewogen zu gestalten. Das Bild der Vollkommenheit entsteht durch die Gleichheit der Proportionen. Die Verhältnisse der kleineren Fläche zur größeren Fläche und der größeren Fläche zum Ganzen sind immer gleich. Man teilt die Fläche im Größenverhältnis 3:5 oder 5:8 - 8:13 - 13:21 usw.

Graffiti
Die modernen Graffiti entstanden mit den Anfängen des HipHop im New York der 70er Jahre. Die Künstler erstellen ihre Bilder, Schriftzüge oder Zeichen im öffentlichen Raum. Verschiedene Techniken kommen zum Einsatz. Typisch ist der Einsatz von Spraydosen.

Graphic Recording
Grafische Live-Dokumentation von Konferenzen, Workshops und Seminaren. Inhalte werden zusammengefasst und so die Informationen für Publikum und Teilnehmer ansprechend aufbereitet. Die Zeichnungen entstehen in Echtzeit.

Graphic Novel
Grafische Romane die mit den Stilmitteln des Comics erzählt werden. Inhalte sind oft autobiografisch oder literarisch inspirierte und auch komplexe Geschichten. Die Künstler experimentieren häufig mit den ästhetischen Möglichkeiten des Mediums.


I

Illustratoren Organisation e. V. (IO)
Berufsverband deutschsprachiger Illustratoren, der die künstlerischen, politischen und wirtschaftlichen Interessen von Illustratoren in Deutschland vertritt. Rund 1.400 Mitglieder sind in der IO vernetzt.


K

Keyvisual
Leitbild oder visuelles Grundmotiv - oft eine Ergänzung zum Logo - das benutzt wird, um den Wiedererkennungswert einer Marke oder eines Unternehmens zu erhöhen. Ein Key-Visual sollte einfach und schnell erfasst werden können. Beispiel: Michelin-Männchen.


L

Layout
Das Layout ist die Visualisierung eines gedanklichen Bildes in einem Entwurf und vermittelt dem Gestalter und Auftraggeber einen Eindruck über die Form der späteren Ausführung. Das Layout dient damit als verbindliche Entscheidungsgrundlage für die weitere Ausführung. Die enthaltenen Bildelemente und Texte müssen nicht dem späteren Original entsprechen (Füll- oder Blindtext).


M

Markenschutz
Durch die Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt können alle Zeichen, die geeignet sind, Waren oder Dienstleistungen eines Unternehmens von denjenigen anderer Unternehmen zu unterscheiden, als Marke geschützt werden. Der Inhaber hat dann das alleinige Recht, die Marke für die geschätzten Waren und/oder Dienstleistungen zu benutzen. Marken können gekauft und verkauft werden. Der Inhaber kann Dritten ein Nutzungsrecht an seiner Marke einräumen (Markenlizenz).

Modelsheet
Um eine Figur mehrmals in unterschiedlichen Stellungen - gegebenenfalls auch von mehreren Zeichnern - zeichnen oder animieren zu lassen, wird vorher festgelegt, aus welchen Grundformen die Figur besteht und wie sie von allen Seiten aussieht.


N

Nutzungsrecht
Der Urheber bleibt stets Eigentümer seiner Arbeit und räumt seinem Vertragspartner ein sogenanntes Nutzungsrecht ein. Die Einräumung von Nutzungsrechten gestattet es dem Vertragspartner das Werk auf eine bestimmte Art und Weise wirtschaftlich zu nutzen. Nutzungsrechte können inhaltlich, räumlich und zeitlich beschränkt werden.


O

Outline
Die Linie, die eine Zeichnung begrenzt. Outlines können dick oder dünn, schwarz oder farbig, glatt oder an- und abschwellend sein.


P

Pixel- oder Rastergrafik
Computer lesbare Daten aus einer rasterförmigen Anordnung von Pixeln (Bildpunkten), denen jeweils eine Farbe zugeordnet ist. Hauptmerkmale einer Rastergrafik sind Bildgröße (Breite und Höhe gemessen in Pixeln, auch Bildauflösung genannt) und Farbtiefe. Dadurch lassen sich Illustrationen nur begrenzt vergrößern. Als Faustformel gilt 120 Prozent. Die bekanntesten Grafikformate für Rastergrafiken sind BMP, GIF, JPEG/JFIF, PNG und TIFF. Rastergrafiken bestehen aus einer rasterförmigen Anordnung von so genannten Pixeln (Bildpunkten), denen jeweils eine Farbe zugeordnet ist.

Point of sale (POS)
Ort, an dem das Produkt verkauft wird.


R

RGB
Farbraum für die Farbdarstellung am Monitor, der die Farbwahrnehmung durch der Mischung der drei Grundfarben nachbildet. R=Rot, G=Grün, B=Blau.


S

Schraffur
Eine Schraffur ist eine bestimmte Technik beim Zeichnen, in der viele feine Linien parallel angeordnet werden, um eine Fläche in Illustrationen herauszuheben. Abhängig von der Dichte der Linien können so bestimmte Grautöne, wie z. B. Schatten, erzeugt werden. Schraffuren werden häufig in Tusche-, Bleistift und Buntstiftzeichnungen sowie in Radierungen, Holzschnitten und Kupferschnitten eingesetzt.

Speedline
Stilmittel aus dem Comic. Mit der Speedline werden Bewegungen und Geschwindigkeit dargestellt.

Styleguide
Gewährleistet ein einheitliches Erscheinungsbild der unterschiedlichen Kommunikationsmittel eines Unternehmens durch Festlegung von Gestaltungsrichtlinien.


T

Thumbnails
Kleine, platzsparende Vorschaubilder, die hauptsächlich bei Bildergalerien im Internet eingesetzt werden. Das Original öffnet sich erst bei anklicken des entsprechenden Thumbnails in voller Größe. Weil sie so klein sind, benötigen sie eine geringe Speichergröße.


U

Urheber
Ein Urheber ist der geistige Schöpfer eines Werkes deren Form einen individuellen Charakter hat. Urheber sind immer natürliche Personen. Er ist derjenige, der beispielsweise einen Film, ein Buch, ein Gemälde, ein Theaterstück, ein Foto, ein Lied geschaffen etc. hat. Der Urheber entscheidet durch die Einräumung von Nutzungsrechten wo, wann und wie sein Werk genutzt werden kann, z. B. durch Vervielfältigung oder Aufführung.

Urheberrecht
Die Rechte am geschaffenen Werk werden durch das Urheberrecht geschützt. Es dient dem Schutz geistiger und künstlerischer Leistungen z. B. von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst und entsteht automatisch mit Fertigstellung des Werks. Das Urheberrecht ist schwerpunktmäßig im Urheberrechtsgesetz (UrhG) aus dem Jahre 1965, dem Wahrnehmungsgesetz (WahrnG) und dem Verlagsgesetz (VerlG) geregelt. Es dient der Sicherung einer angemessenen Vergütung und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte des Urhebers. 


V

Vektorgrafik
Computergrafiken, die aus geometrischen Formen zusammengesetzt sind. Sie sind stufenlos und verlustfrei skalierbar.

W

Wort-/Bildmarke
Meint die dauerhafte Kombination von grafischen und textlichen Elementen. Zum Beispiel Logo oder Emblem.