Umfragen
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Die bisherigen Umfragen der IO machen es deutlich: Das Einkommensniveau von Illustratoren in Deutschland ist katastrophal - und eine Besserung ist schwer zu erkennen.
Wie kann es sein, dass Illustratorinnen und Illustratoren mit ihrer enormen Begabung und angesichts des immensen Anteils an der Wertschöpfung, den ihre Arbeiten ausmachen, ein geringeres Einkommen erzielen, als eine ungelernte Arbeitskraft? Das ist ein nicht hinzunehmender Zustand, der sich nicht nur unmittelbar auf die individuelle Lebenssituation der Betroffenen auswirkt, sondern mittelbar auch auf den Medien- und Dienstleistungsstandort im internationalen Wettbewerb sowie auf Deutschlands Status als Kulturnation.

Es kann nun nicht darum gehen, einen „Mindestlohn für Illustratoren" zu fordern. Illustratoren sind in der Regel Freiberufler und als solche in der Pflicht, ihr Einkommen selbst zu bestimmen und am Markt durchzusetzen. Viele Kollegen werden diese Wahrheit nicht gern hören oder lesen - zu groß ist das Gefühl von individueller Ohnmacht angesichts der sich seit Jahren etablierenden Totalausverkäufe auf Billigpreisniveau. Dass „der Markt" angeblich nicht mehr hergibt, sollte nicht ausgerechnet von denjenigen behauptet werden, deren Beruf es ist, ihn zu gestalten. Auftraggeber haben hier sehr viel mehr Möglichkeiten als der einzelne Illustrator. Hier mangelt es aber an der Bereitschaft, für Illustration und Rechtenutzung angemessene Vergütungen zu bezahlen.

Eine Ursache, dass die Verwerter mit ihrer Ausgabenminimierungsstrategie durchkommen, liegt in der erschreckenden Ahnungslosigkeit, mit der viele Kolleginnen und Kollegen in den Beruf einsteigen. Das ist leider täglich in IO-Beratungsgesprächen zutage tretende, traurige Realität. Die IO sieht es darum als ihre Aufgabe an, über berufliche Rahmenbedingungen aufzuklären. Ziel muss es sein, Illustratorinnen und Illustratoren in die Lage zu versetzen, unangemessen vergütete Aufträge guten Gewissens ausschlagen zu können.