Comicbuchpreis 2018 für Tim Dinter
Tim Dinter, Foto: Luis Dinter Menor

Thomas Pletzinger (Text) und Tim Dinter (Illustration) erhalten für Ihre gemeinsame Arbeit „Blåvand“ den mit 15.000 Euro dotierten Comicbuchpreis, der am Montag, 23. April 2018, im Literaturhaus Stuttgart verliehen wird.
"Dass sich ein renommierter Schriftsteller und ein Zeichner zusammentun, ist in der deutschsprachigen Comicszene immer noch ungewöhnlich. Wenn dabei ein derart spannendes Projekt über das ebenso brisante wie selten behandelte Thema Entwicklungshilfe entsteht, hervorragend recherchiert, erzählt und gezeichnet, dann verspricht das ein Glücksfall für den deutschsprachigen Comic zu werden", begründet Thomas von Steinaecker die Entscheidung der Jury.

Thomas Pletzinger wurde 1975 in Münster geboren, wuchs in Hagen am Rand des Ruhrgebiets auf, studierte Amerikanistik in Hamburg sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und lebt heute mit seiner Frau und seinen drei Töchtern in Berlin. Er arbeitet als freier Autor, Journalist und Übersetzer, zudem unterrichtet er an der Hochschule für bildende Künste Hamburg.
Von ihm erschienen „Bestattung eines Hundes“ und „Gentlemen, wir leben am Abgrund“, außerdem Übersetzungen (David Mazzucchellis Graphic Novel „Asterios Polyp“, John Jeremiah Sullivans Essaysammlung „Pulphead“ sowie Alison Bechdels „Wer ist hier die Mutter?“). 2018 erscheint eine Reportage in Buchform über den Basketballspieler Nowitzki.

Tim Dinter (IO) wurde 1971 in Hamburg geboren und wuchs an verschiedenen Orten in Deutschland, Belgien und England auf. Er studierte an der École des Arts in Brüssel, am London College of Printing und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Für die Frankfurter Allgemeine Zeitung (Berliner Seiten) zeichnete Dinter den täglichen Comicstrip „Der Flaneur“, seine monatliche Comic-Kolumne „Lästermaul und Wohlstandskind“ erschien von 2006 bis 2017 im Tagesspiegel. Zu seinen Publikationen gehören u.a. „Lästermaul und Wohlstandskind – Neue Berliner Geschichten“, „Cargo“ und „Alte Frauen“. Zuletzt erschien seine Bearbeitung von Sven Regeners „Herr Lehmann“.

Für den Comicbuchpreis 2018 hatten sich 67 Autoren und Zeichner aus Deutschland, der Schweiz und Österreich beworben. Der Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung wird seit 2014 jährlich ausgeschrieben. Er wird in Stuttgart für einen hervorragenden, unveröffentlichten, deutschsprachigen Comic vergeben, dessen Fertigstellung absehbar ist.

Die Jury unter dem Vorsitz von Andreas Platthaus hat außerdem neun Finalisten, die je eine Auszeichnung in Höhe von 1000 Euro erhalten, ausgewählt:

Sina Arlt – Was die Nachbarn heute wohl machen

Matthias Gnehm – Salzhunger

Kathrin Klingner – Arbeit

Matthias Lehmann (IO) – Parallel

Max Julian Otto – Die leuchtende Nacht

René Rogge (IO) – Brief an einen Schriftsteller

Greta von Richthofen – Wir ersten Menschen, eine Geschichte der Otto Mühl Kommune“

Franz Suess – Paul Zwei

Jochen Voit (Text) und Hamed Eshrat (Illustration) – Nieder mit Hitler! oder wie Karl sich weigerte, das Radfahren zu lernen

(Red. CS)