Vergütung der Bildurheber
© Gezett / Initiative Urheberrecht


Am 30. September veranstaltete die VG Bild-Kunst anlässlich ihres fünfzigjährigen Jubiläums ein Symposium in der Akademie der Künste in Berlin. In seinem Vortrag „Vergütung der Bildurheber – Gegenwart und Zukunft“ betrachtete Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Sprecher der Initiative Urheberrecht und Ehrenmitglied der IO die für Illustrator*innen äußerst interessanten Aspekte zur künftigen Wahrnehmung der Reproduktionsrechte, speziell unserer Vergütungsansprüche aus der privaten Vervielfältigung über die Verwertungsgesellschaften. Dabei ging es natürlich auch um die Relevanz und Umsetzung von Artikel 17 der neuen EU-Urheberrechtsrichtlinie zur Haftung von Plattformen.

Ein Zitat dazu aus seiner Rede "Das wirkliche Problem dieses Vergütungssystems für private Vervielfältigungen ist, dass ihm durch neue Technologien, die den Zugang zu Werken auf andere Weise ermöglichen und erweitern, langsam, aber sicher die Grundlage entzogen wird. Denn das System basiert – technisch und gesetzestechnisch – auf dem Vorgang der Vervielfältigung.“  Diese werden aber an Bedeutung verlieren, da der Zugang zu Werken künftig vermehrt auf andere Weise, z.B. durch Streamingdienste erfolgt.

Daher weiter: "Wer also, wie die EU-Kommission in ihrer „Digitalen Strategie“ von 2015, betont, dass die Kreativwirtschaft zu den Schlüsseltechnologien der Europäischen Union zählt und daraus richtig folgert, dass die professionell kreativen Menschen – das „Humankapital“ Europas – besonders schutzbedürftig sind, weil ohne ihre Grundlagenarbeit die Ökonomie nicht funktionieren kann, muss Anstrengungen unternehmen: Die EU Kommission muss sicher stellen, dass der Urheber und ausübende Künstler auch weiterhin, wenn die „alten“ Reproduktionstechnologien zur Werkvermittlung nicht mehr oder weniger gebraucht werden, angemessen an den wirtschaftliche Erträgen aus anderen und neuen Verwertungen ihrer Werke beteiligt werden. Mit anderen Worten, die EU muss neue Rechtsgrundlagen schaffen, um ihr ökonomisches Überleben im digitalen Zeitalter zu garantieren, wenn sie ihre Kreativität als unerlässlich für das wirtschaftliche Wachstum hält."

Die Dokumentation des gesamten Vortrags ist unter folgendem Link zu finden:
https://urheber.info/sites/default/files/story/files/vg_bild_kunst_symposion_30_9_2019_vortrag_gp_fin.pdf

(Red. SW)