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Hans Jörg Schütze

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Vita

27.04.1967    
Geboren in Köln

1989 - 1992   
Studium der Malerei an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien, Meisterklasse Prof. Wolfgang Hutter. Abschluss mit Magister Artium.

1993/94        
Studium unter anderem der vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere und der wissenschaftlichen Illustration, University of Georgia, Athens, Georgia/USA

1994-1996    
Studium der medizinischen Illustration, Medical College of Georgia, Augusta, Georgia/USA. Abschluß mit Master of Science.

1996/97        
Praktikum als medizinischer Illustrator am Arizona Heart Institute, Phoenix, Arizona/USA

Seit 1997      
Freischaffende Tätigkeit als Medizinillustrator mit Wohn- und Arbeitsort in Köln. Tätigkeit für eine weite Bandbreite unterschiedlicher Klienten, unter anderem Medizinverlage, Medizintechnik- und Pharmaunternehmen, PR- und Werbeagenturen, sowie andere Klienten

Philosophie

Was ist medizinische Illustration?
 
Einfach ausgedrückt: Die Kommunikation medizinischer Inhalte mittels auf zeichnerischer oder malerischer Weise hergestellten Bildern. Was diese Beschreibung im Einzelnen bedeutet, soll hier ein wenig ausführlicher dargestellt werden.
 
Medizinische Illustration läßt sich mit einer Übersetzung vergleichen: Spezifischer Sachinformationen, die in einem bestimmten Format (z.B. in Worten, als Wissen durch Erfahrung, etc.) vorliegen, werden in das Format der bildlichen Darstellung übersetzt.
 
In der Medizin sind spezifische Sachinhalte sowohl für den Laien als auch für den Fachmann eine Herausforderung an das räumliche und zeitliche Vorstellungsvermögen. Eine verständliche Darstellung ist daher oft genug nur mit einem visuellen Medium möglich.
 
Medizinische Illustration kann dabei in zwei Richtungen wirken: Sachverhalte, die selbst mit langen Detailbeschreibungen nur unvollständig erklärt sind, können mit Bildern schnell und verständlich in einer räumlichen Gesamtschau zusammengefasst werden. Wo zeitliche Orientierugn erforderlich ist, können Illustrationen helfen, die Beschreibung komplexer Abläufe in eine leicht nachvollziehbare Bilderfolge aufzulösen.
 
Illustrationen ermöglichen eine Unmittelbarkeit des Erfassens, die auf andere Art nicht erreichbar ist. Zum Teil gilt das auch für Fotografie und Film, jedoch besteht ein fundamentaler Unterschied: Medizinische Illustration beschränkt sich nicht auf die Widergabe des Sichtbaren, sondern integriert gleichzeitig Wissen in die bildliche Darstellung.
 
Während Film und Fotografie das zeigen, was das Auge sieht, zeigt Illustration auch das, von dem man weiss, dass es vorhanden ist. Eine Illustration muss dazu oftmals generalisieren und abstrahieren, oder mit anderen Worten: interpretieren. Eine Möglichkeit, die mit keinem anderen Medium erreichbar ist.
 
Unter den angewandten Künsten nimmt medizinische Illustration eine Sonderstellung ein, da sie entsprechend ihres interdisziplinären Ansatzes auf mehreren Ebenen gelichzeitig wirksam ist. Sehr spezifische Inhalte gehen mit den Mitteln der bidlichen Darstellung eine Einheit ein, und geben einem komplexen Sachverhalt eine einprägsame visuelle Form. Das Endergebnis befriedigt sowohl ästhetisch, als auch durch den Prozess des Verstehens und Nachvollziehens.
 
Die spannende Reise durch den Menschen wird dabei unvermeidlich zu einem Blick in den Spiegel: Die Baupläne des Lebens zu verstehen bedeutet auch, sich darin selber wiederzuerkennen. 
 

Stil / Genre

Über das Verhältnis zwischen Inhalt, Ausführung und Kosten

Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Aber selbst wenn das Reiseziel bereits fest steht, muß sich der Reisende
entscheiden ob er Touristen- oder Geschäftsklasse, oder sogar erster Klasse reisen will. 

Das Bild der Reise lässt sich auf medizinische Illustration anwenden, denn auch hier gibt es zwei Fragen zu beantworten: Welche Inhalte sollen als Reiseziel vermittelt werden, und welches visuelle Transportmittel bietet sich dazu an? 

Je komplexer eine Illustration, desto höher fallen die Kosten aus. Die Komplexität einer Illustration wird vom Inhalt und
der technischen Umsetzung bestimmt. Oft genug bedingen beide Faktoren einander.

Der Inhalt kann anhand dieser Fragen umrissen werden:
- Wieviel medizinisches Vorwissen hat die Zielgruppe?
- Welche Sachinformationen sollen vermittelt werden?
- Ist das Gezeigte noch mit dem blossen Auge erkennbar?
- Wird ein Sachverhalt gezeigt, oder ein Vorgang (z.B. Chirurgie)?
- Die Grösse des anatomischen Ausschnittes des Gesamtorganismus.
- Aus welcher Perspektive blickt man auf das Geschehen?
- Wieviel Abstrahierung und Konzeptualisierung ist sinnvoll? 

Die gewählte Ausführung einer Illustration bestimmt deren optische Anmutung. Zwei Fragen sind hier wichtig:
- Ausführung in Schwarz-Weiss, als Graustufenbild oder in Farbe? 
- Wie hoch ist der Grad der plastischen Ausarbeitung?

Aufwand bedeutet übrigens nicht zwangsläufig  ästhetische Perfektion. Eine einfachere Ausführung kann die ästhetischen Ansprüche an eine gekonnte Visualisierung ebenso befriedigen wie die grösstmögliche Ausarbeitung im Detail. Wichtig ist, dass der Aufwand der Ausarbeitung letztlich über die Gesamtmenge an Information entscheidet, denn Detailfülle und Plastizität der Darstellung sind ebenfalls Träger von Bildinformation.

Awards

1992              
Diplom der Hochschule für angewandte Kunst, Wien mit Auszeichnung bestanden
 
1996              
Orville Parks Award (Bestes Ausstellungsstück der Association of Medical Illustrators/ Studentensalon)
 
2001              
Preis für Buchkunst des Börsenvereins des deutschen Buchhandels 

Hans Jörg  Schütze
Hans Jörg Schütze

Luxemburger Str. 120
50939 Köln

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