Kunst vorm Frühstück, Buchrezension

Buchrezension
"Kunst vorm Frühstück" von Danny Gregory
erschienen im dpunkt.verlag

Danny Gregory ermuntert uns, im Alltag kreativ zu sein. Er wird sogar richtig eindringlich und nennt uns wirklich zahlreiche Möglichkeiten, zumindest kurz den Stift in die Hand zu nehmen. Schon vor dem Aufstehen die Bettdecke zeichnen oder den Nachttisch, das Toastbrot von allen Seiten mit all seinen Krümeln und dazu die Kaffeetasse, den Blick aus dem Küchenfenster oder den Inhalt des Badezimmerschränkchens.

In kurzen Absätzen wird der Leser ermuntert, sich trotz stressigem Alltag kleine kreative Pausen zu gönnen und die vielen kurzen Momente zu nutzen, um zu zeichnen. Bis das Teewasser kocht oder der Bus kommt, in der U-Bahn oder im Wartezimmer. Das gesamte Buch führt den Leser durch diese vielen alltäglichen Situationen und hilft mit den unterschiedlichsten Tipps und Ideen, das eigene Skizzenbuch mit Zeichnungen zu füllen.

Danny Gregory geht außerdem immer wieder auch auf die unterschiedlichen Zeichenmaterialien ein, auf Schraffuren, Licht und Perspektive, aber nie mit einem perfektionistischen Anspruch. Er möchte keine „große Kunst“ machen, sondern den Leser ermuntern „kleine Kunst“ zu betreiben. Es muss nichts perfekt werden (was ist schon perfekt?), schräge Linien, angedeutete Fenster oder Strichmännchen sind in Ordnung und erwünscht.

Das Buch soll jeden, auch denjenigen, der noch nie gezeichnet hat, ermuntern, zu zeichnen. Regelmäßig, immer ein bisschen. Dabei helfen die vielen Anregungen und Beispiele, die mit kurzen Sätzen und immer mit einem Schmunzeln dargestellt werden. Mit vielen einfachen Übungen hilft der Autor dem Leser, die Scheu vor dem weißen Blatt zu überwinden und seinen inneren Kritiker auf Stumm zu schalten. Immer zwischendurch tauchen Hinweise auf, die dem Leser kritische Momente verdeutlichen, die Tipps geben oder einfach nur an etwas erinnern.

Die Seiten sind ergänzt mit zahlreichen Zeichnungen und Skizzen zum jeweiligen Thema, die Lust machen, es auch auszuprobieren. Unperfekt, schief und damit wunderbar spannend. Eine Inspiration für jeden, der meint, er könne keine Kunst machen. Und Zeit hätte er ja schon gar nicht dafür. Dieses Buch ist für all jene gedacht, die gerne kreativ sein möchten, nur nicht wissen, wie und wann. Die einen Schubs brauchen, um anzufangen, die Ideen suchen, aus Alltäglichem Kunstwerke im Skizzenbuch zu schaffen.

Die gesamte Buchgestaltung erinnert etwas an ein Skizzenbuch, wild, etwas durcheinander, handschriftlich und ordentlich, mit vielen guten Einfällen und noch mehr schrägen Zeichnungen.

dpunkt.verlag GmbH
1. Auflage 2017
ISBN 978-3-86490-440-0

(Red. MT)