Meeting in Valencia
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Fotos von Marcus Frey
Die spannendsten Gespräche fanden zwischen den eigentlichen Veranstaltungen statt. Aus sechs europäischen Nationen kamen Repräsentanten der jeweiligen Illustratorenverbände in die schöne Stadt an der Mittelmeerküste. Eingeladen hatte FADIP, der Dachverband der spanischen Verbände. Die Veranstaltung war perfekt organisiert: Flüge, Übernachtung und Verpflegung für die Teilnehmer der EIF-Partnerverbände wurden mittels Sponsoring durch die Spanier gestellt. Für die öffentliche Veranstaltung am Samstag gab es via Headsets eine Simultanübersetzung in spanisch und englisch.

Eindrucksvoll war die Präsentation von ALMA durch Ulla Rhedin. ALMA ist der Astrid Lindgren Gedächtnispreis, der jährlich mit 500.000 Euro an Kinderbuchautoren und -illustratoren vergeben wird. Ulla Rhedin wies darauf hin, dass bisher zu wenig Empfehlungen für Illustratoren durch die sogenannten Nominating Bodies gegeben werden – Einrichtungen, die Vorschläge für die zwölfköpfige Jury von ALMA machen können.
Aus diesem Grund hat Rhedin insbesondere die anwesenden Repräsentanten der Illustratorenverbände angesprochen. Sie sollen sich als Nominating Bodies aufstellen lassen. Bisher ist nur der englische Verband AOI in dieser Hinsicht aktiv. Für die IO wird diese Möglichkeit bei der nächsten Vorstandssitzung Thema sein.

Nicht minder bedeutsam war die Vorstellung von BEDA durch den Luxemburger Tom Gloesener. BEDA ist das Bureau of European Design Associations und versucht in Brüssel für die Design-Berufe Lobbyarbeit zu leisten.
Die Präsentation fand auf Anregung von Gert Gerrits, dem Repräsentanten der holländischen BNO statt: es sei wichtig, an der Schaltzentrale politischer Entscheidungen für Europa die Interessen für unseren Berufsstand hoch zu halten.
Die Überlegung ist, ob die EIF dem BEDA beitreten solle. Silvia Baumgart wies daraufhin, dass dann sichergestellt sein müssen, dass Illustration auch ein Thema in dem BEDA sein müsse und dass es vorteilhaft wäre, wenn ein Illustrator mit im Vorstand sitzen würde.
Die Vertreter der Illustratorenverbände haben sich darauf verständigt, einen möglichen Beitritt in den jeweiligen Vorständen zu erörtern.

Bei dem Treffen in Spanien hat sich gezeigt, dass die Situation für Illustratoren europaweit die selbe ist. Bei den anwesenden spanischen Illustratoren wurde ein großer Unmut über die Verlage im eigenen Land deutlich, die Stimmung war pessimistisch. Interessant waren demgegenüber die Ausführungen von Russell Cobb und Silvia Baumgart von dem englischen Verband AOI, die in Vorträgen und Redebeiträgen auf die Chancen für Illustratoren durch die immer vielfältiger werdenden technischen Möglichkeiten hinwiesen. Ihre positive kämpferische Einstellung hatte den Diskussionen eine komplett andere Richtung verleihen können.

Ermöglicht wurde das internationale Treffen durch den engagierten Einsatz von Carmen Castro und Cristina Durán, der Vorsitzenden von APIV, dem katalanischen Illustratorenverband. Es zeigte sich einmal mehr, dass es mit Mut und Willen möglich ist, Bewegung in die Illustratorenszene zu bringen. Und dass es dankenswerterweise viele solche Menschen in Europa gibt.

Bericht von Marcus Frey, Geschäftsführer der Illustratoren Organisation e.V.


Die Bilder links zeigen von oben nach unten:
Den Veranstaltungsort

Den Innenhof während einer Pause

Links: Anders Suneson von Svenska Tecknare (Schweden) und rechts: Gert Gerrits von BNO (Holland)

Silvia Baumgart, Managerin der AOI (England)

Russell Cobb, Vorsitzender der AOI (England)

Der Tagungsraum für die öfffentlichen Präsentationen am Samstag

Paolo D´Altan, ehemaliger Vorsitzender der AI (Italien)

Ulla Rhedin von ALMA – Dem Astrid Lindgren Gedächtnispreis

Der Tagungsraum der EIF am Sonntag