Das war Erlangen 2008
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Der Auftritt der IO auf dem Comicsalon Erlangen war ein Versuch. Idee war, neben den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig noch weitere Möglichkeiten für einen Außenauftritt des Verbandes zu finden. Das Experiment ist geglückt: Erlangen war für uns ein voller Erfolg.

Dabei „funktioniert“ der Comicsalon gänzlich anders als die Buchmessen. Hier trifft sich die Szene und feiert sich selbst. Viele der Aussteller sind seit Jahr und Tag dabei, man kennt sich, der Salon ist absolut überschaubar. Das wäre an sich eher unbefriedigend, wäre nicht das Publikum. Die Leute sind in Scharen durch die Gänge gewalzt. Auch wenn immer wieder festgestellt wird, dass Comic in Deutschland kein Markt hat, ist es doch erstaunlich wie viele Menschen sich dafür begeistern können.

Für die IO hatte das den Effekt, dass die Postkartenständer nach drei von vier Tagen leergeräumt waren. 16.000 Karten gingen weg. Der Wacom Cintiq, ein Bilschirm auf dem mit einem drucksensitiven Stift gezeichnet werden kann, hat dem Stand immer wieder Zulauf gebracht. Größer aber war noch der Effekt, wenn einer der vielen IO-Kollegen, die in Erlangen aktiv waren, sich zum IO-Stand gesellte: sofort wurden diese wahrgenommen und es hieß: „Was machst Du denn hier? Aha, und was ist das für ein Stand?"

Gut angenommen wurde auch der Vortrag von Tim Weiffenbach und Jens R. Nielsen zum Thema „Mit Comics Geld verdienen“. 60 Zuhörer folgten einer Stunde lang gebannt den Darlegungen. Das Publikum bestand überwiegend aus jungen Leuten. Den erfahrernen Kollegen war mit der Behauptung, die durch den Titel der Veranstaltung postuliert wurde, nicht beizukommen. Es ist um ein vielfaches schwerer, Zeichnern die sich schon jahrelang bemühen, einen Fuß in die Tür zu bekommen, etwas über Mechanismen im Markt erklären zu wollen.

Das ist allerdings auch die besondere Herausforderung, die an die IO durch ihr Engagement in Erlangen herangetragen wird. Wir werden die Situation des Comis in Deutschland wohl eher nicht ändern, aber wir können als Berufsverband dazu beitragen, dass die Zeichner sich besser aufstellen.

Die Fotos sind von Uwe Zimmermann.