Max Klinger - Eine Liebe
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Olaf Gulbrasson, Max Klinger 1905
Museum der bildenden Künste Leipzig 11. März - 24. Juni 2007

Am 18. Februar 1857 wurde Max Klinger in Leipzig geboren. Als junges Talent im künstlerischen Fach besuchte er die Kunstakademie in Karlsruhe (ab 1874). Nach dem Studium der Malerei widmete er sich in Berlin den graphischen Künsten. Brüssel, Paris, Florenz und Rom sind weitere Stätten, an denen er reiche Anregungen empfing und seine Kunst zur Blüte trieb. Trotz der kosmopolitischen Umtriebigkeit blieb seine Geburtsstadt Leipzig für ihn Heimat. Hier agierte er als Berater und treuer Freund des Museums der bildenden Künste. Nicht zuletzt deshalb ist hier heute die größte Klinger-Sammlung weltweit zu finden.

Die Jubiläumsausstellung Eine Liebe. Max Klinger und die Folgen unternimmt erstmals eine Exkursion in das künstlerische Umfeld Max Klingers und fragt nach seinem Einfluss auf Künstler der ihm nachfolgenden Generation. Die von Max Klinger ausgehenden „Folgen“ sind
faszinierend und belegen die „Janusköpfigkeit“ des Künstlers, der den Blick zurück ins 19. Jahrhundert lenkte und dabei in sehr eigener Manier eine Kunst für das frühe 20. Jahrhundert entwarf. Klinger hat die Tür zu neuen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten
weit aufgestoßen. Er ist Mitbegründer einer Kunst jenseits festgelegter Bedeutungen und eindimensionaler Interpretationen. Max Klinger gleicht einer Energiequelle, sein Einfluss ist facettenreich. Er wirkte auf realistische Künstler wie Hans Baluschek und Käthe Kollwitz mit einem ausgeprägten gesellschaftskritischen Anspruch, aber auch auf Symbolisten, wie Georg Kolbe, Alfred Kubin und Richard Müller, die melancholieträchtige Gestalten und Orte,
Szenarien dunkler Mächte wie auch bizarre Schattenseiten des Lebens Bilder werden ließen. Auch Edvard Munch rezipierte hier Klingers Vorgaben. Max Klinger, der seinen Albtraumfantasien freien Lauf ließ, übte einen Bann aus auf damals ganz junge Künstler wie Giorgio de Chirico, Max Ernst und Salvador Dalí. Klingers „Handschuh“Zyklus erscheint heute wie ein Grundstein des Surrealismus.

Der Italiener de Chirico bezeichnete Klinger als „den ersten modernen Künstler“. Und von größter Wirkung auf „moderne“ Künstler war Klinger im Bereich der graphischen Künste, der „GriffelKunst“, wie er sie nannte: Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Kokoschka und Max Slevogt haben bei ihm abgeschaut. Die Ausstellung zeigt 300 Werke von 40 Künstlern, darunter zahlreiche Leihgaben aus großen öffentlichen und privaten Kunstsammlungen.

Eine Liebe ist ein facettenreiches Panorama der gegenständlichen Kunst um 1900 und zeichnet zugleich ein Bild von Liebe, Melancholie, Traum, Angst und Tod. Vielen Werken und Künstlern gemein ist eine ironische Distanz zu Geschichte, Mythologie und Religion. Hier zeichnet sich der Weg in eine „andere Moderne“ ab, ein künstlerischer Weg, der eine „Wirklichkeit“ jenseits der uns umgebenden Realität sucht, aber am Gegenstand festhält.

Eine Liebe entstand in Kooperation mit der Hamburger Kunsthalle und wird dort vom 11. Oktober 2007 bis 13. Januar 2008 gezeigt.

Museum der bildenden Künste Leipzig
www.mdbk.de