Comic Ausstellung
Illustration: Jochen Gerner
„Jochen Gerner“
Vom 6. Juni bis zum 10. Juli 2007
Insitut français, Kurfürstendamm 211, Berlin
Vernissage: 5. Juni, um 18.00, in Anwesenheit des Künstlers
Ob Alfred Döblins „Berlin Alexanderplatz“ oder Jean Paul Belmondos Film „Abenteuer in Rio“, für seine Comics arbeitet Jochen Gerner mit verschiedensten Inspirationsquellen. Erstmals ist in Deutschland eine Werkschau mit Originalzeichnungen des in Nancy geborenen Comiczeichners und Illustrators zu sehen. Neben seinen zahlreichen Illustrationen für Zeitungen und Kinderbücher werden seine autobiografischen und konzeptuellen Comicarbeiten gezeigt.
Jochen Gerner ist ein vielseitiger Künstler. Mit seinen Zeichnungen für Libération, Le Monde und der New York Times kommentiert er tagespolitisches Geschehen und gesellschaftliche Ereignisse, in seinen Comics für den Verlag L’Association hält er autobiografische Erlebnisse fest und für seine Comicreportagen reist er in die ganze Welt.
Als Kind eines deutschen Elternteils und im Elsass aufgewachsen, interessiert ihn im besonderen die deutsche Kultur. Für seine Adaption von Döblins „Berlin Alexanderplatz“ sammelte er in der deutschen Metropole über Monate hinweg visuelle Eindrücke, die er fragmentarisch in seinem Comic „Berlin Jochenplatz“ verarbeitet hat. Dabei griff er auf den stilistischen Trick Döblins zurück, die Außenwelt direkt und ungefiltert in sein Werk einfließen zu lassen.
Und für eine Comicreportage über Oscar Niemeyers realisierte Architekturvision reiste Gerner nach „Brasilia“, wo er sich auf die Spuren von Jean Paul Belmondo begab.
Während einer verlängerten Wartezeit auf einem Flughafen entstand der Comic „Un Temps“. Darin paart Gerner seine philosophischen Überlegungen über das Verhältnis von Zeit und Reisen, mit alltäglichen Begebenheiten an dem Ort des Transfers.
Darüber hinaus ist Gerner Mitglied von OuBaPo (Ouvrir de Bande dessinée Potentielle – Werkstatt für potentielle Comics), einer Vereinigung von Comic-Zeichnern, die, nach dem Vorbild von OuLiPo, sich bei der Gestaltung ihrer Werke freiwillig künstlerische Regeln auferlegen.
Und erst kürzlich wurde Gerners Comickonzeptarbeit „TNT en Amérique“ vom französischen Staat für seine Sammlung zeitgenössischer Kunst erworben.
http://welcome.to/jochen.gerner http//www.galerieannebarrault.com/jochen_gerner/dessins.html
Jochen Gerner wurde 1970 geboren und hat in Nancy an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts studiert. Nach längeren Aufenthalten in Berlin, New York, Brasilia, Teheran, Lille und Paris, lebt und arbeitet er wieder in Nancy.
Die Ausstellung ist von Matthias Schneider kuratiert, in Zusammenarbeit mit dem Institut français.
Der Künstler ist vom 4. bis zum 9. Juni in Berlin und steht für Interviews zur Verfügung. Kontakt: Matthias Schneider T: 030 / 4404 5567, Mobil: 0170 / 10 83 920 oder das Institut français, T: 030 / 88 59 02–0.

