Horst-Janssen-Museum Oldenburg
21. Dezember 2006 bis 11. März 2007
Sechs Jahre nach der Eröffnung des Horst-Janssen-Museums werden die schönsten und bedeutendsten Blätter aus der Sammlung Vogel C&C gezeigt. Die Privatsammlung des ehemaligen Hochschulpräsidenten der HfBK Hamburg Carl Vogel (1923–2006) und seiner Frau Carin bildet im Wesentlichen den Bestand des Horst-Janssen-Museums. Carl Vogel war im Hinblick auf die "Entdeckung" des Künstlers Horst Janssen ein Mann der ersten Stunde.
Die frühesten Arbeiten, die er von ihm gesammelt hat, sind Studienarbeiten aus den späten 40er Jahren. Von dieser Zeit an hat Carl Vogel das Werk des Zeichners bis in die frühen 70er Jahre begleitet und herausragende Blätter zusammengetragen. Heute befindet sich dieses Frühwerk von Horst-Janssen, das rund 1800 Blätter umfasst, in "seinem" Museum in Oldenburg und ist in dieser Geschlossenheit einzigartig. "Ausgesponnen und meisterlich" sind die 80 Zeichnungen, Lithografien, Radierungen und Holzschnitte, die in der Sonderausstellung präsentiert werden. Es gibt erotische "Fleischzeichnungen" vom "Millionenstrichler", wie sich Janssen in der Zeit nennt. Frühe Lithografien, die einfühlsame Porträts darstellen, und Radierfolgen, wie die "Nana-Mappe" und "L’heure de Mylène", die skurril und anzüglich zugleich sind. Es werden Arbeiten aus seiner "Kritzelphase" zu sehen sein, die stark von der Art brut inspiriert sind, und große, farbintensive Holzschnitte, die Menschen und Tiere abbilden, mit denen Janssen Ende der 50er Jahre in Hamburg Furore gemacht hat.
Während der Entstehung dieses Frühwerkes hat Janssen auf internationaler Ebene seinen größten Erfolg gefeiert: 1968 erhielt er bei der Biennale in Venedig den Sonderpreis für Grafik. Die nicht immer leicht zugänglichen Arbeiten aus dem Frühwerk gehören zu den anspruchsvollsten und wichtigsten Arbeiten des Künstlers.

