Konferenz "Digitale Plattformen – Chancen + Probleme"

Über 300 Teilnehmer*innen nahmen am Montag in der Akademie der Künste in Berlin an der Konferenz der Initiative Urheberrecht teil. Hochrangige Sprecher*innen und Diskutant*innen informierten und diskutierten daüber, wie sich aktuell die Situation des Urheberrechts in Europa in Bezug auf digitale Plattformen darstellt. Es ging sowohl um rechtliche Zusammenhänge wie auch um die Frage nach angemessener Vergütung für die Nutzung von Werken durch und auf Plattformen.

Während der eintägigen Konferenz kamen Politker*innen, Juristen und Urheber*innen zu Wort. Brigitte Zypries (Parlamentarische Staatssektretärin BMWi), Olaf Scholz (Erster Bügermeister der Freien und Hansestadt Hamburg) und Dr. Helga Trüpel (stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses im Europäischen Parlament) erörterten die politischen Entwicklungen und Umstände. Prof. Dr. Axel Metzger (Professor für Bürgerliches Recht und Immaterialgüterrecht) und Prof. Dr. Jörg Reinbothe (M.C.L., Europa-Institut der Universität Saarbrücken) erläuterten die nicht ganz unkomplizierten bestehenden Gesetzgebungen sowie die sich daraus ergebenden Möglichkeiten. Janet Clark (Autorin, Netzwerk Autorenrechte) und Matthias Hornschuh (Komponist, Publizist) machten sich für die Rechte der Urheber stark und legten ihre Finger in die Wunden der bestehenden Systeme. Letztendlich brachte Klaus Müller (Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands) den Wunsch eines Großteils der Beteiligten auf den Punkt: »Das Interesse der Verbraucher nach legalen Inhalten müssen wir mit dem Interesse der Urheber nach ordentlicher Vergütung in Einklang bringen.«

Ohne professionelle Inhalte wären Plattformen weit weniger wertvoll, wenn nicht wertlos. Urheber und Verwerter sollten Hand in Hand dafür streiten, dass gemeinsame Regelungen mit Online-Plattformen gefunden werden, die der derzeitigen »Verantwortungsdiffusion« (Volker Rieck, GF File Defense Service) etwas entgegenzusetzen haben. Es braucht ausbalancierte europäische Regelungen, beginnend mit einer Transparenz über die bestehenden Zustände, Absprachen und Verträge.

Eine erste Zusammenfassung der Konferenz findet sich auf der Website der Initiative Urheberrecht.

Weitere Informationen auf der Website der Konferenz.

Für den Beirat der IO nahmen Norbert Egdorf und Juliane Wenzl an der Veranstaltung teil.

(Red. JW)