Stellungname des Vorstandes zum Wettbewerb von Gruner&Jahr

Stellungnahme des Vorstands der Illustratoren Organisation e.V. zum Wettbewerb »Name« der G+J Living & Food GmbH Hamburg (nachfolgend „Flow“).

Teilnehmerbedingungen:
http://www.flow-magazin.de/article/kreativ-wettbewerb

Beim vorliegenden von G+J in Kooperation mit DaWanda durchgeführte Wettbewerb werden Kreative aufgefordert, Illustrationen zur optionalen, unvergüteten Verwertung durch G+J und DaWanda einzureichen.

Nutzungsrechte:
Jeder Wettbewerbs-Teilnehmer räumt dabei allein durch die Teilnahme am Wettbewerb G+J und DaWanda umfangreiche einfache, räumlich und zeitlich unbeschränkte Nutzungsrechte zur Nutzung in Print und Web und zur Bearbeitung ein. Die Einräumung der Nutzungsrechte erfolgt hierbei unvergütet und unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs.

Der Wettbewerb kreiert somit mit den eingereichten Illustrationen einen Bilder-Pool zur kostenlosen Verwertung durch G+J und DaWanda, zeitlich, räumlich und inhaltlich über den Wettbewerb hinaus.

Honorierung:
Als Honorierung werden die eingereichten Illustrationen der acht Gewinner als Geschenkpapier im Magazin »Flow« (G+J) veröffentlicht. Hier liegt eine Umverhältnismäßigkeit vor, denn eine honorarfreie Veröffentlichung ist in unserem Verständnis kein angemessener »Wettbewerbs-Gewinn«, zumal sie nur die acht Gewinner betrifft und die Veröffentlichung nur ein Ausschnitt der eingeräumten Nutzungsrechte darstellt, G+J und DaWanda jederzeit weitere, auch kommerzielle Nutzungen vornehmen kann, ohne diese zu vergüten.

Als honorarfreie, also kostenlose Veröffentlichung entspricht der Wettbewerbsgewinn keiner marktüblichen, angemessenen Vergütung nach §32 UrhG. Für professionelle Illustratoren stellt die angemessen vergütete Einräumung von Nutzungsrechten die Grundlage ihrer wirtschaftlichen Existenz dar. Das deutsche Urhebergesetz stellt hier die rechtliche Grundlage und sieht nach §32 UrhG eine angemessene Vergütung für die Verwertung urheberrechtliche Leistungen vor.

Durch Wettbewerbe wie dem vorliegenden verschiebt sich die Beziehung zwischen Urheber und Verwerter weg von einer fairen Geschäftsbeziehung hin zu einem einseitigen Nutzen-Verhältnis, bei dem hauptsächlich der Verwerter profitiert. Damit untergräbt der Wettbewerb das deutsche Urhebergesetz und damit die wirtschaftliche Grundlage von Urhebern.

Die Illustratoren Organisation e.V. setzt sich für die Wertschätzung und gesellschaftliche Anerkennung kreativer Arbeit ein und rät aus diesem Grund von der Teilnahme am Wettbewerb ab.

(Red. MT)