Interview mit Robert Scheffner
Der Illustrator Robert Scheffner, der in Obertshausen in der Nähe von Frankfurt a.M. lebt und arbeitet, beschäftigt sich im Beruflichen hauptsächlich mit Stop-Motion-Puppets. Was das für eine Freude ist, können wir im Interview sehen!

Dein illustratives Medium ist die Plastik! Berichtest du uns, was genau du machst?  

Das stimmt, ich baue/bastle sogenannte Stop-Motion-Puppets. Also Stop-Trick-Figuren aus verschiedensten Materialen. Manchmal aus Knete, manchmal aus Schaumstoff oder auch aus Stoff, je nachdem was zu dem Projekt oder zu dem Character passt. 

Dann baue oder male ich die Hintergründe, positioniere alles auf meinem Set, leuchte es ein und schieße dann das Foto. Em Ende bearbeite ich es und voila... die Illustration ist fertig!

"Old del Paso", Roberts Animation für einen Wettbewerb für Mexican Food.

Animation gehört ebenfalls zu deinem beruflichen Können. Welche Erfahrungen machst du damit, sowohl Illustration als auch Animation anbieten zu können?

Ja, Animationen biete ich ebenfalls an. Alle Figuren, die ich baue, werden mit einer beweglichen Amatur erstellt. Das heisst, ich könnte sie in andere Positionen bringen und animieren.

Als Berufsanfänger kam es mir sehr zugute, dass ich nicht nur auf die Illustration beschränkt war. Gerade durch Animationsaufträge habe ich mein erstes Geld verdienen können. Mir gefällt es auch sehr, abwechselnde Aufträge zu haben. Mal Animationen und dann wieder Illustrationen. Beides hat was für sich und etwas Magisches. Einerseits in der Illustration eine Situation darzustellen, die eine Geschichte erzählt oder in der Animation einer Figur, die erst nur im Kopf war, Leben einzuhauchen zu können.

Eine der Monster Figuren, die Robert für eine interaktive Aussen-Installation am Theater Paderborn, beauftragt von der LK-AG/ Volksbank, erschaffen hat.

Wie sieht dein Arbeitsablauf für Auftraggeber aus? 

Es bringt nichts, sofort mit dem Bau anzufangen. Wie bei jeder Illustration oder Animation ist die Planung das A und O. Ich fange erst mit Scribbles an. Bei Illustrationen fange ich erst dann an zu bauen, wenn der Kunde mit meinen Skizzen zufrieden ist.

Bei Animationen fange ich mit den Storyboards an. Nach den Storyboards kommt das Animatic. Da werden die Storyboardbilder mit dem Ton so zusammengeschnitten, wie ich mir den Film vorstelle. Das Animatic ist sinnvoll, damit der Kunde eine Ahnung hat, wie der Film aussehen könnte und ob er funktioniert. Falls der Kunde dann noch Änderungswünsche hat, könnte er hier seine Einwände vortragen. Es macht keinen Sinn vorher zu animieren, weil die Animation so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass man hier direkt Arbeit einspart.

Auszug aus der interaktiven Monster-Installation für die Aussenfläche des Theaters in Paderborn, sowie eine Einzelfigur daraus.

 

 

Studiert hast du in Frankfurt a.M. Wie nimmst du das kreative Klima in dieser finanzthemengeprägten Großstadt wahr?

Ja, ich habe an der Frankfurter Akademie für Kommunikation und Design studiert. Allerdings generiere ich meine Aufträge aus ganz Deutschland. Das ist nicht unbedingt regional bezogen. Hoffnung ist allerdings da, dass ich mehr in meiner Umgebung Arbeit finde, da es toll ist, Kunden zu treffen und persönliche Gespräche mit ihnen führen zu können.

Seit 2 Jahren gehe ich nun auch regelmäßig zum Frankfurter Illustratorenstammtisch und versuche zur Zeit gemeinsam mit einem Kollegen, einen in Hanau zu etablieren. Es ist toll, sich mit den Kreativen aus der Region auszutauschen und Freundschaften zu schließen.
Diese Stammtische sind Treffen, die ich nicht missen möchte.

Robert beim Formen einer Figur, sowie "Donut", eine private Arbeit.

Arbeitest du in einer Gemeinschaft oder für dich? 

Ich habe mein eigenes kleines Studio in Obertshausen, meiner Heimatstadt. Hier arbeite ich alleine. Es ist schwer etwas zu finden und in einer Gemeinschaft zu arbeiten, da ich einerseits sehr viel Platz brauche wegen des Sets, den Leuchten, Arbeitsmaterial usw. Ausserdem muss beim animieren alles dunkel sein.

Natürlich fühle ich mich ab und zu einsam beim Arbeiten, aber dafür hat man ja den Austausch in den Stammtischen und nach diesen Treffen ist die Motivation immer auf ihrem Höhepunkt.

"Mortimer", Illustration für ein Jugendbuch.
Deine Strategie, wenn dir mal so garnichts einfallen will?


Joggen gehen und Fahrrad fahren. Dabei entwirrt sich für mich jedes Problem. Für Geschichten kommen mir im Urlaub die besten Ideen.

 

Vielen Dank für das Interview!

Ich habe zu danken.

 

Roberts Portfolio Seite


www.robertscheffner.de

 

Alle Bilder zum Interview: Robert Scheffner


Das Interview fuehrte Anne Quadflieg fuer die Illustratoren Organisation e.V.