Interview mit Elena Heschke
Elena an ihrem Arbeitsplatz und eine Fashion Illustration.

Du bist Illustratorin in Berlin. Beschreibe uns deinen Berufseinstieg!

Als Illustratorin arbeite ich erst seit 2,5 Jahren. Mein Umzug nach Deutschland hat mich dazu gebracht, selbständig zu werden. Vor dem Umzug habe ich Architektur und Design an der Technischen Universität in Russland studiert und wollte eigentlich hauptsächlich als Designerin arbeiten. Das Studium habe ich mit der Note ausgezeichnet abgeschlossen.
In den ersten Monaten nach meiner Ankunft, als ich vor allem Deutsch lernte, habe ich in meiner freien Zeit angefangen, jeden Tag zu zeichnen. Am Anfang  habe ich mich vor allem auf die Anfertigung von Collagen konzentriert und konnte dabei meinen eigenen Stil finden.
Nachdem ich genug Illustrationen erstellt hatte, um ein Portfolio aufzubauen, kontaktierte ich verschiedene Illustratoren Agenten und fragte sie, ob sie Interesse daran haben, mich als Illustratoren zu vertreten. So bin ich Illustratorin geworden.
Um meinen ersten Auftrag habe ich mich selbst gekümmert. Ich glaube selbständig zu sein hat mich auch persönlich weiter gebracht. Ich habe Eigenschaften für mich weiterentwickelt, die zu einer erfolgreichen Arbeitsweise gehören: ausdauernd zu sein und immer nach vorne zu schauen. Nach dem ersten Auftrag folgten weitere Aufträge, hauptsächlich für Fashion Magazine, Zeitschriften und Firmen. Derzeit arbeite ich parallel als Designerin in einem Architektur Büro und auftragsbezogen als Illustratorin. Weil ich freie Mitarbeiterin bin, kann ich mir die Zeit zum Teil selbst einteilen, was mich für zwei Jobs mobil macht.

 

Auftragsarbeiten für das Glamour Magazin.

Deine Spezialisierung liegt im Bereich Fashion Illustrationen. Wie kam es dazu?

Schon als kleines Kind habe ich es gemocht, schöne Frauen zu zeichnen und ihre Feminität hervorzuheben. Vor allem Kleidung auszudenken hat mir schon damals sehr viel Spaß gemacht. Ich bin jetzt sehr froh, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht habe.  

Inwiefern würdest du sagen, unterscheiden sich Fashion- und Beauty Jobs zu „normalen“ Editorial-Jobs?

Ich würde sagen, wenn man im Fashion und Beauty Bereich arbeitet, sollte man einen guten Geschmack haben.  Sich gut in Fashion Stilen orientieren können. Berühmte Designer zu kennen gehört auch dazu. Mode, Gesichter, sogar die Geschmäcker ändern sich ja ständig. Da ist es gut, sich an die Veränderungen anpassen zu können, aber trotzdem einen eigenen Stil zu behalten – gerade das wird von Auftraggebern geschätzt.

Eine Darstellung von Nagellack in Elenas typischen Stil.

Wovon lässt du dich inspirieren? Gehst du zum Beispiel auf die Fashion Week Berlin?

Veranstaltungen der Fashion Week habe ich letztes Jahr besucht. Eine spannende Gelegenheit, interessante Menschen kennen zu lernen. Aber am stärksten fühle ich mich inspiriert, wenn ich Fashion Magazine lese. Davon habe ich schon sehr viele! Oft besuche ich auch Fashion Portale im Internet. Neuigkeiten aus dem Fashion und Beauty Bereich finde ich einfach spannend.

Eine Horoskop-Illustration - Zwillinge.

Was lässt du dir einfallen, um dich bei potenziellen und auch bestehenden Kunden ins Gedächtnis zu rufen?

Potenzielle Kunden zu gewinnen ist wichtig, aber bei den bestehende Kunden im Gedächtnis zu bleiben ist mindestens genauso wichtig. Manche Art Direktoren oder Agenturen, mit denen ich zusammen gearbeitet habe, melden sich selbst bei mir. Von ihnen bekomme ich regelmäßig Aufträge, was mich natürlich sehr freut. Ansonsten erweitere ich ständig mein Portfolio, auch um ganz neue Kategorien und das ist immer ein guter Grund sich bei neuen und bestehenden Kunden zu melden.

Eine Illustration zum Thema Shopping sowie Typografisches für ein Horoskop.

Arbeitest du in einer Gemeinschaft oder für dich und warum?

Als Designerin arbeite ich tagsüber in einem Architektur Büro. Ich mag die Atmosphäre dort und meine Kollegen sind auch sehr nett. Es geht dort sehr international zu. Es macht Spaß mit anderen zu arbeiten und Aufgaben zusammen zu erledigen. Aber als Illustratorin arbeite ich am besten für mich, so arbeite ich sehr konzentriert. Ich bin dankbar für die Möglichkeit in Gesellschaft zu sein, aber parallel dazu auch für mich allein an Projekten arbeiten zu können.

Für jeden Tag der Woche einen Lippenstift!

Dank dir für das Interview, Elena!

 

Elenas Portfolio Seite

www.elenaheschke.com


Alle Bilder zum Interview: Elena Heschke

Das Interview führte Anne Quadflieg für die Illustratoren Organisation e.V.