Die IO auf der politischen Bühne

IO-Geschäftsstelle: Welches sind derzeit die für uns relevanten Kernthemen in der Kulturpolitik?
IO-Beirat: Das Hauptthema, auf das sich eigentlich alles zurückführen lässt, ist das Urheberrecht. Von der Positionierung der Urheber und der Anerkennung ihrer Leistungen hängt alles andere ab, egal, ob es sich um den sogenannten medialen Wandel handelt, um Vergütungsfragen, um die soziale Absicherung von Freiberuflern, um Steuersätze oder um Europapolitik, also die Vereinheitlichung der Märkte.
 

IO-Geschäftsstelle: Wie ist die Position der IO hierzu und welchen Einfluss können wir nehmen?
IO-Beirat: Die Position der IO ist, dass das deutsche Urheberrechtsgesetz Urhebern und Verwertern ein vernünftiges Wirtschaften mit Illustrationen ermöglichen würde, wenn sich alle an die darin enthaltenen Regeln und Vorschriften halten würden, was aber insbesondere in der digitalen Welt oft nicht der Fall ist. Die IO kann und muss gegenüber der Politik Themen setzen. Und sie kann die Rechtslage von Illustratoren durch Gesetzesänderungen verbessern helfen.

 

IO-Geschäftsstelle: Lässt sich eine Entwicklung hinsichtlich der Wahrnehmung von Urhebern in der Politik feststellen?
IO-Beirat: Ja. Zum einen geht die Politik zunehmend davon aus, dass „geistiges Eigentum“ der Rohstoff der Zukunft sein wird. Ein Rohstoff, der gegen Ausbeutung geschützt werden muss. Zum anderen haben sich die Urheberverbände in den letzten Jahren besser vernetzt und erreichen über ihre Abgesandten in den Ausschüssen des Kulturrats, an denen in der Regel Vertreter von Bundesministerien teilnehmen, und über die Arbeit der Initiative Urheberrecht, in der die IO Mitglied ist, das Ohr von Entscheidern in Politik und Regierung.
 

IO-Geschäftsstelle: Was ist erforderlich, um unsere Interessen optimal zu vertreten? Was kann der Einzelne tun?
IO-Beirat: Um ihre Interessen wirksam zu vertreten, müssen sich Urheber zusammentun, Forderungen entwickeln und einen langen Atem haben. Die IO bündelt die Interessen der Illustratoren, die Initiative Urheberrecht bündelt die Interessen der Urheber. Ob sich all das am Ende für den einzelnen Urheber auszahlt, hängt, wie gesagt, davon ab, ob genügend Urheber lange genug durchhalten, also ob ausreichend Zeit, Geld und Personal zur Verfügung stehen, um eine Forderung auch wirklich durchzusetzen.
Der Einzelne stärkt allein schon durch seine Mitgliedschaft in der IO den Beruf und die Ziele des Verbandes. Die Übernahme einer Aufgabe im Rahmen der Verbandsarbeit, zum Beispiel in einer Arbeitsgruppe, wäre der nächste logische Schritt. Oder das Anwerben weiterer Mitglieder. Oder die Übernahme eines Amts in einem Gremium ...
 

IO-Geschäftsstelle: Kurz zusammengefasst: Was ist die übergeordnete politische Zielsetzung für Illustratoren?
IO-Beirat: Illustratoren müssen als Spezialisten für Bildgestaltung anerkannt und ihre Leistung angemessen vergütet werden. Dazu gehört ein starkes, durchsetzbares Urheberrecht, auch und gerade im digitalen Bereich.


Der Beirat:
Axel Ahrens, Kulturrat-Fachausschuss Medien
Juliane Wenzl, Kulturrat-Fachausschüsse Arbeit und Soziales, Kulturerbe
Jens R.Nielsen, Kulturrat- Fachausschuss Urheberrecht, Sprecherrat des Deutschen Kulturrates, Präsidium Designertag e.V., Initiative Urheberrecht
Constanze Guhr, Kulturrat- Fachausschuss Steuern

(Red. SW)