Urheberrecht in Gefahr: Die IO unterstützt den Heidelberger Appell

So geht`s: Mail an urheberrecht@textkritik.de mit Vorname, Name und bitte dem Zusatz „Illustratorin IO“ oder „Illustrator IO“ (damit wir auch mit unserem Beruf sichtbar werden. Nicht-IO-Mitglieder das Kürzel „IO“ bitte weglassen) – und die Stadt nicht vergessen.

Der eigentliche Heidelberger Appell findet sich weiter unten.

Information zum Vorgehen der IO

Der Vorstand der IO hat mit dem Initiator des Appells, Roland Reuß, Kontakt aufgenommen und dabei folgendes erfahren:

Der Appell entstand durch eine kleine Gruppe wissenschaftlicher Autoren und Verleger, die insbesondere das Engagement von Google als Bedrohung ihrer Rechte als Urheber empfunden haben. Der Appell ist als Forderung an die Politik zu verstehen. Die Gruppe ist überparteilich und hat nichts mit der Initiative von Börsenverein und VG Wort zu tun. Die Übersetzer und Freelance haben den Appell bereits unterzeichnet.

Ziel des Appells war es, insbesondere die Position der Urheber hervorzuheben und so allgemein zu halten, dass keine Grabenkämpfe zwischen einzelnen Interessengruppen und/oder Verwertern entstehen.

Die Position der IO

Wir erachten die Unterstützung des Appells als besonders wichtig, nicht nur mit Hinblick auf die Aktivitäten von Google und anderen Global Playern, sondern mit Hinblick auf noch bevorstehende Konflikte um das geistige Eigentum von Urhebern. Das Internet bietet zahllose und teilweise noch ungeahnte Möglichkeiten, um mit Texten, Fotos und Illustrationen im großen Stil Geld zu machen. Alle Kreativen sollten jetzt gegen die Vorhaben, die versuchen Urheber zu entmachten und über deren Köpfe hinweg Gelder zu erwirtschaften, deutlich Stellung beziehen.

Die IO setzt sich aktuell dafür ein, dass der Heidelberger Appell auch von den Mitgliedsverbänder der Initiative Deutscher Designverbände unterstützt wird.


Der Heidelberger Appell

„Für Publikationsfreiheit und die Wahrung der Urheberrechte “

„Das verfassungsmäßig verbürgte Grundrecht von Urhebern auf freie und selbstbestimmte Publikation ist derzeit massiven Angriffen ausgesetzt und nachhaltig bedroht.

International wird durch die nach deutschem Recht illegale Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter Werke geistiges Eigentum auf Plattformen wie GoogleBooks und YouTube seinen Produzenten in ungeahntem Umfang und ohne strafrechtliche Konsequenzen entwendet.

Gleichzeitig propagiert national die »Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen« (Mitglieder: Wissenschaftsrat, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Leibniz-Gesellschaft, Max Planck-Institute u. a.) weitreichende Eingriffe in die Presse- und Publikationsfreiheit, deren Folgen grundgesetzwidrig wären.

Autoren und Verleger lehnen alle Versuche und Praktiken ab, das für Literatur, Kunst und Wissenschaft fundamentale Urheberrecht, das Grundrecht der Freiheit von Forschung und Lehre sowie die Presse- und Publikationsfreiheit zu untergraben. Es muß auch künftig der Entscheidung von Schriftstellern, Künstlern, Wissenschaftlern, kurz: allen Kreativen freigestellt bleiben, ob und wo ihre Werke veröffentlicht werden sollen. Jeder Zwang, jede Nötigung zur Publikation in einer bestimmten Form ist ebenso inakzeptabel wie die politische Toleranz gegenüber Raubkopien, wie sie Google derzeit massenhaft herstellt.

Noch nie in der Geschichte war die Zahl der Publikationen, von Büchern, Zeitschriften und elektronischen Veröffentlichungen so groß wie heute, war die Entscheidungsfreiheit der Autoren in einem so hohen Maß gewährleistet. Die »Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen« will die Autoren dagegen auf eine bestimmte Publikationsform verpflichten. Dies dient nicht der Verbesserung der wissenschaftlichen Information.

Die Unterzeichner appellieren nachdrücklich an die Bundesregierung und die Regierungen der Länder, das bestehende Urheberrecht, die Publikationsfreiheit und die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen und mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu verteidigen. Die Politik steht in der Pflicht, den individual­rechtlichen Ansprüchen, die sich an die Herstellung von künstlerischen und wissenschaftlichen Werken knüpfen, auf nationaler wie internationaler Ebene Geltung zu verschaffen. Die Freiheit von Literatur, Kunst und Wissenschaft ist ein zentrales Verfassungsgut. Verlieren wir sie, verlieren wir unsere Zukunft.“

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