Veranstaltung „Mit Urheberrecht Geld verdienen“

Rudolf A. Blaha schilderte sein Konzept, statt für Verlage und Agenturen direkt für Endkunden zu arbeiten. Seine Auftraggeber würden keineswegs immer sofort einsehen, dass sie Nutzungsrechte für seine Leistung bezahlen sollen. Aber dann kläre er sie eben darüber auf. Wie er das im Detail handhabt und welche Argumente er benutzt, berichtete Blaha ausführlich und immer wieder amüsant.

Christian Badel zeigte sein Modell der Zweitverwertung. Für Zeitungen bietet er aus seinem Archiv von 7000 Bildern kleine und mittlere Illustrationen an und bedient damit einen bildhungrigen Markt, der die eine maßgeschneiderte Illustration in der Regel nicht benötigt. Ist eine solche doch einmal gewünscht, bleibt Badel der Ansprechpartner und liefert diese auch prompt – zu einem wesentlich höheren Preis.
Nebenbei erwähnte er, dass alle Bilder, die zeitgleich per Beamer im Hintergrund gezeigt wurden – 136 Stück – verkaufte Arbeiten aus seinem Archiv seien. Und dass in einem Zeitraum von 1 1/2 Monaten.

Oliver Wünsch berichtete entspannt aus seinem Arbeitsalltag: in seinen Rechnungen verkaufe er ausschließlich die Nutzungsrechte – die für seine Arbeiten aufgewendete Zeit dagegen bleibe unerwähnt (das habe den Kunden nicht zu interessieren). In kurzen Anekdoten erzähle er wie sich Verwerter ihm gegenüber über Illustratoren äußerten: dass diese alles mit sich machen ließen. Dabei hätten gerade Illustratoren alle Möglichkeiten offen – sie müssten sie nur nutzen. Wünsch plädierte dafür, dass die Illustratoren mehr unternehmerisch denken sollen. Sein eigenes Beispiel zeigte eindrucksvoll, wie gut das funktionieren kann.

Die Veranstaltung wurde souverän von Henry Steinau moderiert, der für die IO auf den Buchmessen schon bei zahlreichen Podiumsdiskussionen tätig war.

Fast 100 Illustratoren nahmen an der Veranstaltung im Kulturhaus III&70 in Hamburg teil. Tim Weiffenbach brachte es mit seinem Schlusswort auf den Punkt: „Es heißt Nutzungsrechte, nicht Nutzungs-„bitte“ oder Nutzungs-„idee“. Nutzungsrecht ist ein Recht – der Auftraggeber kann sich nicht dafür oder dagegen entscheiden. Und der Kreative auch nicht.“

 

Die Fotos zeigen:

Bild 1: Rudolf A. Blaha
Bild 2: Oliver Wünsch
Bild 3: Henry Steinhau (links) im Gespräch mit Christian Badel
Bild 4: Christian Badel
Bild 5: Podium und Publikum (der Saal war wegen grellen Sonnenscheins abgedunkelt)

Alle Fotos sind von Georg Stelzner.