Apps und neue Medien

Mit der Veranstaltung „Apps und neue Medien“ hat die Illustratoren Organisation versucht, Licht in das Dunkel eines Marktes zu bringen. Apps und E-Books sind zur Zeit zwar in aller Munde, es gibt aber erstaunlich wenige konkrete Aussagen darüber, wie dieser Markt funktioniert.

Kinderbuch als App

Mit der App von IO-Mitglied Florian Biege konnte dem Publikum ein erster Einblick gegeben werden, wie ein Kinderbuch als App funktioniert und welche Anwendungen es gibt. Als besonders wichtig zeigte sich der Einsatz von Licht und Ton – was, wie Florian berichtete, vor allem Kinder dazu veranlasst, die Geschichte regelrecht zu erforschen.

Der Moderator Henry Steinhau zog in dem Gespräch mit Florian Biege Paralellen zu dem Aufkommen von CD-Roms vor fast 20 Jahren. Viel Gelächter beim Publikum erzeugte ein Text, den Henry Steinhau vorlas, in dem voller Begeisterung und in den schillerndsten Farben von den Möglichkeiten des neuen Mediums berichtet wurde. Es klang wie ein Lobgesang auf Apps und iPad, entpuppte sich aber als ein Artikel über den Boom der CD-Rom.

Mehr als 170 Verlage


Volker Oppmann, Geschäftsführer und Mitbegründer von textunes, stellte seine Firma vor. Textunes ist eine App, die im App-Store von Apple mittlerweile E-books von mehr als 170 Verlagen zur Verfügung stellt. Das Geschäftsmodell von textunes hat die Funktionen von iBooks vorweggenommen: textunes ist eine Plattform, mittels derer Verlage gezielt ihre E-Books anbieten können und auf der der interessierte Leser vor allem die Möglichkeit hat, diese zu finden.
In der Ausführung von Herrn Oppmann wurde deutlich, dass der Löwenanteil der Verdienstmöglichkeiten bei Apps und E-Books bislang vor allem Verwertern, Programmierern und Vertriebsplattformen zu Gute kommt und nicht Illustratoren, die ja den eigentlichen Inhalt generieren – die übliche Schieflage also.

Der Knackpunkt ist die Technik

Michael Markowski von der Firma Artifacts stellte ein Programm vor, mit dem Daten von Gestaltungsprogrammen in Html 5 umgewandelt werden können. Diese Software ist vor allem für Illustratoren interessant, da sie es ermöglicht, ohne großen Aufwand eigene Animationen zu erzeugen und diese in einem universell lesbaren Format zu generieren. Das können andere Programme zwar auch, setzt aber häufig umfangreiche Kenntnisse vorraus und auch die Anschaffung solcher Programme ist in der Regel nicht ganz billig.

Fazit

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass Apps ein spannendens neues Betätigungsfeld für solche Illustratoren sein kann, die genug technische Affinität und Offenheit mitbringen. Für alle anderen können Apps nur eine Lizensvariante in den Verträgen mit Verlagen sein, die klug verhandelt werden sollte.

Die Fotos stammen von Georg Stelzner.

Von oben nach unten:

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- Michael Markowski